Endlich

„Endlich bleibt nicht ewig aus,

endlich wird der Trost erscheinen;

endlich grünt der Hoffnung Strauß,

endlich hört man auf zu weinen;

endlich bricht der Tränen Krug,

endlich spricht der Tod: Genug!

 

Endlich wird aus Wasser Wein,

endlich kommt die rechte Stunde,

endlich fällt der Kerker ein,

endlich heilt die tiefste Wunde;

 

Endlich, endlich kann der Neid,

endlich auch Herodes sterben,

endlich Davids Hirtenkleid

seinen Saum in Purpur färben.

 

Endlich macht die Zeit den Saul

zur Verfolgung schwach und faul.

Endlich nimmt der Lebenslauf

unseres Elends auch ein Ende,

endlich steht der Heiland auf,

der das Joch der Knechtschaft wende.

 

Endlich blüht die Aloe,

endlich trägt der Palmbaum Früchte,

endlich schwindet Furcht und Weh,

endlich wird der Schmerz zunichte.

Endlich sieht man Freuden Tal:

Endlich, endlich kommt einmal.“

 

(J.Ch. Günther, Trost-Aria, in: Deutsche Geistliche Dichtung aus tausend Jahren, hrsg. von F. Kemp, München 1958, 306f.)

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